Mittwoch, 4. August 2010

Optische Täuschung

Oftmals fragen sie,
"was ich studiert habe"
und
die verblüfften Gesichter,
wenn ich sage,
ich sei völlig unakademisch,
sind manchmal sehenswert.

Zur Schule jedoch bin
ich gegangen
und lernte dort wenig
vom wirklichen Leben.

Was hätte da die Uni genutzt.
Schlimmstenfalls wäre ich
heute akademisch verbildet,
was wenig zu tun hat
mit im Bilde zu sein -
in Sachen Leben.
Kristiane Allert-Wybranietz

Aus: "Du sprichst von Nähe"

Kommentare:

  1. Hallo Margitta,

    ich "muss feststellen", dass die Autorin, die Du offensichtlich aus guten Gründen oft und gerne zitierst, von erstaunlichen Übereinstimmungen mit meinen persönlichen Erlebnissen/Erfahrungen zu berichten weiß!

    Leider beweist sich das ja auch allzu oft bei der alltäglichen Auseinandersetzung mit dem Irrsinn, der zumindest größtenteils von "gebildeten Leistungsträgern" ersonnen, öffentlich vermarktet und letztendlich auch in die Tat umgesetzt wird ... und das hat eine lange Tradition, die unbestreitbar bis zum Beginn der ach so grandiosen "Zivilisation" zurückreicht, mit deren Auswirkungen die Spezies "Mensch" ihre Heimstatt und alles Leben auf Erdem seither beglückt hat.

    Würden sich die Menschen wieder etwas mehr darauf besinnen, dass sie für (und durch) ein Leben lernen müssen, das nun einmal nicht von irgendwelchen ideologischen, religiösen oder sonstigen dogmatisch daherkommenden Thesen begrenzt stattfindet, wären Hopfen und Malz für Menschheit, Natur und Planeten vielleicht doch noch nicht ganz verloren?

    Doch welcher Frei- und Querdenker, der mit beiden Beinen fest auf dem Boden der von immer brüchiger werdenden Fassaden umgebenen (subjektiven!) Realität steht, glaubt ernsthaft daran, dass ein solcher Lern- und Umdenkprozess jemals einsetzen könnte, ohne dass die Menschheit sich zuerst an den Rand des reellen physischen und spirituellen Untergang gebracht hat? - Gerne würde ich mich hierin vom Gegenteil überzeugen lassen - allein: es fehlt mir mehr und mehr die Kraft daran zu glauben!

    Nichtsdestotrotz danke für diese ebenso erbaulichen wie weisen Worte

    Liebe Grüße vom
    Hans aus Hessen ;-)

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Hans,

    Du triffst den Nagel auf den Kopf und ich kann Dir nicht widersprechen. Danke für Deine klaren Worte.

    Liebe Grüße
    Margitta

    AntwortenLöschen
  3. Etwas zum Satz:

    "Was hätte da die Uni genutzt.
    Schlimmstenfalls wäre ich
    heute akademisch verbildet"

    Ich bin lange zu verschiedenen Schulen gegangen, musste ausweichen, weil ich damals keine Lehrstelle bekam. Meine Fähigkeiten wären nicht ausreichend hieß es immer. Musste weiter ausweichen auf die Uni, weil ich dann immer noch keine Arbeit bekam. Danach hieß es dann plötzlich, ich wäre überqualifiziert, hätte aber den falschen Studiengang belegt. Vom tapezieren, über Fliesen legen bis hin zum Computer auseinander und wieder zusammenbauen, kann ich alles und noch mehr. Hat alles nichts geholfen, ich bin heute arbeitslos, verweigere aber jede Hilfe vom Staat. Jetzt bin ich soweit, dass ich auch gar nicht mehr ein gewöhnliches Berufs- und Familienleben führen will, auch weil ich weiß, was mit unserem Staat los ist. Ich bin nicht dumm, aber ich habe einfach keine Lust mehr. Beobachtend lehne ich mich zurück und verfolge das Unheil, was über uns herein brechen wird. Denn wenn man Menschen, die leben und für die Gemeinschaft etwas tun wollen, deren ganzes Leben, vom dämlichen Zwang zur Wehrpflicht an nur Hürden in den Weg stellt, dann darf sich niemand wundern, wenn daraus am Ende Totalverweigerer werden. In diesem Staat und auf der Welt fehlt es vor allem an einem und das ist Nächstenliebe!

    AntwortenLöschen