Montag, 25. Oktober 2010

Minority-Report für Neunjährige

Kampf gegen Jugendkriminalität: NRW plant Erziehungscamp für Neunjährige

Schleichend und von der Mehrheit nahezu unbemerkt, wurde die Institution Familie destabilisiert und zu großen Teilen vernichtet. Das Resultat ist nun klar erkennbar: Immer mehr verstörte und vernachlässigte Kinder. Und wie reagiert die Gesellschaft? Mit Erziehungscamps.

Kinder, die sich nicht anpassen, brav "Püppchen" zum Vorzeigen sein wollen, werden therapiert, medikamentiert und, wenn das nicht hilft, weggesperrt und konditioniert.
Warum revoltieren (ich meine hier nicht die pubertäre Revolte) Kinder und Jugendliche gegen die bestehende Gesellschaftsordnung? Es sind viele Faktoren die da zusammenkommen.
Zunächst einmal gibt es das soziale Gefüge - im Idealfall die Großfamilie, in der Kinder Zeit und Aufmerksamkeit nach ihren Bedürfnissen bekommen - kaum noch.
Überwiegend falsch verstandene "Emanzipation der Frau", sowie gestiegenes Anspruchsdenken, führten dazu, dass beide Elternteile arbeiten wollten/mussten. Für den Nachwuchs blieb immer weniger Zeit und die Kinder waren gezwungen, mit ihren Bedürfnissen nach Zuwendung und Aufmerksamkeit auf den Zeitplan der Eltern Rücksicht zu nehmen. Das Fernsehen wurde zum beliebten "Babysitter" und Unterhaltungsformate jeglicher Art übernahmen die Erziehung. Die Erwachsenen gingen dazu über, die Zeit, die ihnen für ihre Kinder fehlte, mit materiellen Geschenken zu kompensieren.
Im Laufe dieser unheilvollen Entwicklung verlernten immer mehr Eltern, was "Eltern sein" bedeutet. Hilflosigkeit machte sich breit und die Lösung der angeblich von den Kindern verursachten Probleme wurden immer öfter in die Hände von Psychologen, Therapeuten und Supernannys gegeben. Immer lauter wurde der Ruf nach Kinderkrippen und sonstigen Möglichkeiten, die "Lieblinge" so früh wie möglich in fremde "professionelle" Hände zu geben.
Über Jahre hinweg wurden soziale Einrichtungen wie z.B. Jugendtreffs, Frei- und Hallenbäder ersatzlos geschlossen. Kinder und Jugendliche werden immer mehr sich selbst überlassen und verständnisvolle Erwachsene, die sich ihrer annehmen, gibt es immer weniger.
Nun verweigern sich diese abgeschobenen "Seelen" und einige davon werden renitent und schlagen zurück, indem sie uns jetzt nicht mehr zuhören. Sie werden zu dem, was wir ihnen vorlebten: rücksichtslose, mitleidlose Egomanen, die auch den bestgemeintesten Argumenten nicht mehr zugänglich sind. Menschen, die noch in der Lage sind, sich einzufühlen und zu fragen: "Was würde ich machen, wenn ich diese Person wäre?", werden nicht umhin kommen, Partei für den Delinquenten zu ergreifen.
Jetzt da die Grundlage "Geld" immer mehr Menschen entzogen wird, sind die Folgen, die die Zerstörung der Familie mit sich brachte - für den der sehen kann/will - klar zu erkennen.

Erziehungscamps sind für dieses, von der ganzen Gesellschaft erzeugte Problem keine Lösung. Ganz im Gegenteil, die Zustände werden sich dadurch nur noch verschlimmern. Die Gewinner dabei werden nur die Betreiber solcher Einrichtungen sein.

Die Gesellschaft, in der wir heute leben, ist krank und die Krankheit heißt schlicht und ergreifend "Jeder ist sich selbst der Nächste". Wenn es uns nicht gelingt aus der jetzigen Gesellschaft eine Gemeinschaft zu machen, werden auch noch die letzten Reste sozialen Denkens und Handelns verschwinden. Wollen wir das?

Paulinchen

Kommentare:

  1. T2
    Und all diese "Mütter" und "Väter" erzählen uns, sie würden ihre Kinder aufrichtig und von ganzen Herzen lieben. Das Problem ist, sie glauben daran, dabei wissen sie gar nicht was das ist, lieben, denn das haben sie schlichtweg verlernt, über Generationen hinweg abtrainert. Es gibt Ausnahmen, die haben das anders gehalten, von der Gesellschaft verlacht. Die als größere Gruppe übrig bleiben, sind HartzIV Familien, die nicht mehr arbeiten können oder für die der Arbeitsmarkt keine Verwendung findet. M.E. mit ein Grund, warum ausgerechnet solche, die Wohlstandsverwahrlosung praktizieren, gerade auf jene ganz besonders herabschauen. In der Tiefe ihrer Seele wissen sie genau, daran ist etwas falsch. Es ist mehr ein Instinkt, als ein Wissen. Und das sticht mit dem Finger genau in diese "undefinierbare" Wunde. Vll. Urmotivation zur Änderung der Scheidungsgesetze, um die letzten "Ausreißerinnen" noch mit in dieses grausame Boot zu nehmen. Da schrieb jemand: "das Gute in mir weckt das Böse in dir".

    Sagen die Gesetze doch: lass mal, mit der Mutterschaft, es gibt keine Garantie, dass die Ehe hält und dann stehst du da, nicht gewollt von der Gesellschaft, vom Ex-Ehemann, vom Arbeitsmarkt, Armut vorprogrammiert, Ausgrenzung auch, das möchtest du doch nicht." Und was passiert? Viele, sich ihrer Emotionen nicht bewusst - eher wie ein Blatt im Wind - geben ihren Frust an ihre Kinder weiter, die wiederum ihr Päckchen weiterreichen, usw. usw.. Alles mitgenommen aus der industriellen Revolution (Wirtschaftslobby), mal aufgebauscht und wieder abgeflacht. Ein Drama, denn es ist in der Tat im Nationalsozialismus passiert, die Rolle der Mutter ein letztes mal hervorgehoben, nach langer Zeit. Jedoch ein höchst falsches Spiel, brauchte die damalige Politik den Nachwuchs doch als Kanonenfutter. Darauf vorbereitet, bzw. kopfgewaschen gleichwohl in Erziehungslagern, genannt "Jugendvereine". Folglichder Rolle "Mutter" den Todesstoß versetzt, wie der Rolle "Kind" als Ergebnis einer Zuchtanforderung in zweiter Instanz. Zum einen möchte Frau keine Gebärmaschine sein und zum anderen waren es die Nationalsozialisten, die etwas von Familie gemurmelt, Kinder und Jugendliche als Ressource zweckentfremdeten, sie in züchterischer Art und Weise empfangen ließen, ins Leben stießen, missbrauchten und die Rollen somit vorweg negativ belegten.

    Bei der Emanzipation der Frau hätte es, zumindest nach den Anfängen, ein Umdenken geben müssen, dass sich nicht mit der Frage beschäftigt: "Am Herd oder nicht am Herd", sondern einfach um "Frau und Mann". Man hätte es nicht mit den emotionalen Erfahrungen und Rückschauen auf den Nationalsozialismus verknüpfen dürfen. Der Status Frau als Mutter sollte wie in vielen Naturvölkern (den meisten haben wir es aberzogen, so nicht direkt ausgerottet) ein besonders angesehener Status sein. Kein lästiger, dummer, unterprivilegierter, lächerlicher. Gleiches gilt für Kind. Denn nein, es darf nicht nur um die Frau in der Rolle der Mutter gehen, das Kind nicht als Mittel zum Zwecke herhalten. Denn es hat, neben seiner Bindung an die Mutter, seine ganz eigene Rolle. Es ist ein Geschenk der Natur, der Sinn des Lebens, das schenken des Lebens, das Leben selbst, welches nicht nur unsere Aufmerksamkeit verdient, sondern sie schlichtweg zum Überleben benötigt. Nicht nur den Körper erhaltend, sondern auch dessen Seele.
    T3f.

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  2. T3
    Gesellschaft praktiziert das derart lange, ob sie das irgendwann bemerken? Die Erwachsenen spüren heute, es geht ihnen seelisch nicht gut. Sie sind zur Ressource degradiert, kein autarkes Individuum innerhalb einer Gruppe, einer Gesellschaft. Solange sie für etwas nützlich sind, können sie sich der Illusion der Wichtigkeit hingeben. Verfällt die Nützlichkeit, zerfällt diese Illusion. Übrig bleibt ein bremsendes und lästiges Anhängsel, welches man in andere Leute Hände oder an "betreuende" Technik verkauft. So schließt sich der Kreis wieder und ein mancher erkennt, all sein Tun, sein Handeln, die Kreisbahn jedoch, hat er niemals verlassen. Nur diese Einsicht kommt spät, bei vielen gar erst zum Zeitpunkt des Todes, wenn überhaupt. Weitergeben kann er diese Erkenntnis nicht, dafür hat Gesellschaft längst gesorgt, der Status ist des Zuhörens nicht wert.

    Man mag es als Zeichen sehen, die Unzufriedenheit rückt im Alter nach vorne, sie wird zumindest zur Kenntnis genommen. Das tun sie jedoch nicht, weil sie es sehen wollten, sondern weil sie selbst weitaus "jünger" als nutzloses Anhängsel, Schmarotzer und Kostenfaktor verschmäht werden. Geschockt somit nun Grausamkeiten zu erfahren, die sie anderen vorbehielten, sich selbst in trügerischer Sicherheit wähnten. Hierin mag eine Chance liegen, dient es der Voraussetzung für Empathie, die Selbsterfahrung. Jedoch sind sie noch nicht soweit zu begreifen, dass wir unsere eigenen Kinder genauso behandeln, wie wir selbst behandelt werden. Obwohl schon ein jeder diesen Schlagsatz aus der Psychologie kennt, nur den Sinn dahinter, den hat man nicht für sich selbst mitgenommen.

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  3. Liebe/Lieber Anonym,

    danke für Deine Wortmeldung. Selten habe ich mich so umfassend verstanden gefühlt. Deine Ausführungen sind, im Großen und Ganzen, das was mir beim Schreiben durch den Kopf, aber leider nicht in die Finger ging. Alles Gute für Deinen weiteren Lebensweg.

    Liebe Grüße
    Margitta

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  4. Hallo liebe Margitta

    und dabei ist Teil 1 gar unter die Räder gekommen ;-). Wird der noch gebraucht oder war das zu viel? Könnte, für den Fall der Verlustigkeit noch einmal nachsenden ...

    Bei mir ist eher das Problem, wie bekomme ich meine Gedanken in weniger Worte und ich finde beileibe nicht, Du könntest die Deinen nicht über die Finger transportieren, sonst hätte ich doch nicht verstanden *lach*

    Liebe Grüsse
    Rosi von Dannen

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  5. Hallo liebe Rosi,

    wenn Du den ersten Teil noch nachreichen könntest wäre das sehr gut, denn der ist tatsächlich vorlorengegangen.

    Deine Sorge, dass Du zu viele Worte brauchst, ist meiner Meinung nach unberechtigt. Es gibt zwar viele Menschen, die mit viel Worten wenig bis nichts sagen, doch das trifft bei Dir nicht zu.

    Du hast die Gabe ausführliche Erklärungen abzugeben und damit hast Du meinen Eintrag vervollständigt.

    Was meinst Du, gibt es eine Möglichkeit, dass wir uns mal näher kennenlernen?

    Liebe Grüße
    Margitta

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  6. Liebe Rosi,

    solltest Du den 1.Teil zwischenzeitlich nachgereicht haben, dann ist er wieder verlorengegangen. Du könntest ihn mir per E-Mail zukommen lassen und dann stelle ich ihn ein.
    p-i-a-z-h@arcor.de

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  7. Liebe Margitta

    Das hab ich schon getan. Vermutlich verweile ich dort im SPAM Filter. Ansonsten, wie verhext ... ;-)

    Liebe Grüsse
    Rosi

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  8. Hier nun der 1. Teil

    T1 ... ist lange her, da schrieb ich ähnliches und ich schrieb, dass es genau so kommen wird. Die Camps, die "Erziehungslager", das Einsperren, auch für die Jüngeren, wobei wir das eigentlich längst praktizieren, nur noch nicht unter der Aufmerksamkeit der breiten
    Öffentlichkeit, die sich an solchen Schauspielen zu ergötzen weiß. Ganz dem Voyeurismus geschuldet, werden im TV die Schicksale "vorgeführt". Für revoltierende Teenager gibt es das schon, nennen sich Erziehungsheime, kommen vor, gar in geschlossener Form und im TV schauen, kann man es auch. Dann nennt man es Camp. Gibt gar
    Spezialcamps und Spezialeltern, so wir vor der Mattscheibe dem Krieg gegen unsere Kinder frönen. Ist es nicht einfach herrlich, wie man
    sie erniedrigt, wie sie sich beugen und winden, wie sie leiden? Und was feiern wir für einen Triumph, wenn sie uns danken, für den "neuen" Weg, die "neue" Sicht? Stockholmsyndrom würde es in der Psychiatrie genannt, vll. auch Masochismus, das Opfer ergibt sich dem Täter und bedankt sich. Voyeuristischer Sadismus mit einem Hang zur Pädophile, denn jünger müssen sie werden, frisch sollen sie sein.

    Desinteressiert weggeschoben, in andere Leute Hände oder an die Technik verkauft, bei Widerstand eingesperrt, dem modernen Pranger
    ausgesetzt. Emanzipation völlig falsch verstanden, verdreht von der Wirtschaftslobby, die Frau als billige Arbeitskraft, zur Preisdrückung des Lohnes. Was macht Frau, schaut, dass sie der bessere Mann wird, verachtet ihr "Anhängsel" als Karrierebremse. Und alle haben sie fleißig mitgemacht. Emanzipation ist für mich erst Emanzipation, wenn Mütter oder Väter ihre Kinder ganz selbstverständlich mit zur Arbeit nehmen dürfen und eben jene Kinder nicht überall als Störenfriede betrachtet werden. Eine Emanzipation für Kinder, Mütter und Väter. Als Indikator - als Zeichen - besser als nichts, wenn schon innerhalb der Wirtschaftsmaschinerie!

    Man hat die ganze Lebenslage der Menschheit auf Familiendemontage ausgelegt. Der Job "Mutter" ist nicht anerkannt, geschweige denn emanzipiert, der Job "Kind" ebenso wenig. Und beide Jobs sind eigentlich unbezahlbar, die Basis, der Grund, warum wir überhaupt auf Nahrungssuche gehen, die Erhaltung der Art, nicht die Erhaltung unseres Individuums. Der Mensch hat das kaputt gemacht, asozial, grausam, kalt ... für einen IPod ... für den Status ... wie die Elite zu längst vergangen Zeiten. Mit den Fingern deutet man auf jene längst vergangenen, die ihre Kinder in die Hände der Amme drückten und sich den dekadenten Tagesgeschäften hingaben. Auf die Sterblichkeit wird hingewiesen, die Grausamkeit wird angeprangert. Wir wandeln nicht in Lustgärten, die Schlösser stehen dem Volk nicht zur Verfügung, die Gewalt über die Arbeitskraft anderer ebenso wenig. Wir haben nur die Gewalt über unsere eigene Kraft. Wir praktizieren das gleiche, die Medizin und Flasche ersetzt die Amme. Mögen es seinerzeit nur wenige Auserlesene gewesen sein, heute gar die breite Masse.

    Ein neumodisch schickes Wort, welches über die Tragweite für Gesellschaft, deren Sozialverhalten sowie Verantwortlichkeit
    hinwegtäuscht, haben wir auch schon: "Wohlstandsverwahrlosung". Suggeriert sich im Wortsinne doch eine Schuldzuweisung. Man lässt
    sich verwahrlosen, man wird nicht verwahrlost, man "lässt" etwas verwahrlosen. Wie definiert das Wikipedia: "Verwahrlosung bezeichnet einen Zustand, in dem die Mindesterwartungen, die die Gesellschaft an eine Person, ein Tier oder eine Sache stellt, nicht erfüllt sind". Und für jeden Evolutionsforscher - ganz nebenbei bemerkt - ein Indikator zum Aussterben einer Art, die Zerstörung des Sozialverhaltens. Wir fressen unsere Kinder, nicht fleischlich im Ganzen, sondern seelisch in Stücken, der Körper folgt.

    T 2 f.

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  9. Liebe Margitta,

    Danke für Deinen treffenden Artikel. Daß die Kinder uns durch ihr Verhalten einen Spiegel vors Gesicht halten, wollen die wenigsten erkennen. Von Lew Nikolajewitsch Tolstoi gibt es dazu eine sehr schöne Ausführung:

    "Zwei Regeln möchte ich für die Erziehung nennen:
    Man muß selbst nicht nur ein gutes Leben führen, sondern an sich arbeiten, sich ständig vervollkommnen, und man darf vor den Kindern nichts aus dem eigenen Leben verbergen. Es ist besser, die Kinder wissen von den Schwächen ihrer Eltern, als daß sie spüren, ihre Eltern führen ein Leben, das sie vor ihnen verbergen, und eines, das sie ihnen zeigen.
    Alle Schwierigkeiten bei der Erziehung ergeben sich daraus, dass die Eltern sich nicht bemühen, ihre eigenen Fehler abzulegen, ja sie nicht einmal als Fehler anerkennen, sie zu rechtfertigen suchen, und diese Fehler bei ihren Kindern nicht sehen wollen. Hierin liegt die ganze Schwierigkeit und der ganze Kampf mit den Kindern. Kinder sind, was Sittlichkeit anlangt, weit scharfsinniger als Erwachsene und sehen - häufig ohne dies zu erkennen zu geben oder sich dessen auch nur bewußt zu werden - nicht nur die Mängel der Eltern, sondern auch den schlimmsten aller Mängel - die Heuchelei der Eltern, und sie verlieren die Achtung vor ihnen und das Interesse für all ihre Belehrungen. Heuchelei der Eltern bei der Erziehung der Kinder ist eine höchst alltägliche Erscheinung und Kinder sind feinfühlig, bemerken sie sofort, werden abgestoßen und leiden sittlichen Schaden.
    Wahrheit ist die erste, die wichtigste Voraussetzung für Wirksamkeit geistiger Beeinflußung, daher ist sie die erste Voraussetzung der Erziehung. Und damit man sich nicht davor fürchten muß, den Kindern die ganze Wahrheit des eigenen Lebens zu zeigen, muß man dafür sorgen, dass das eigene Leben gut oder zumindest weniger schlecht ist. Daher ist die Erziehung anderer eingeschlossen in unsere Selbsterziehung, und etwas anderes ist nicht erforderlich."

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  10. Ich möchte die drei Teile von Rosi ergänzen:

    Deine Kinder sind nicht Deine Kinder,
    sie sind die Söhne und Töchter
    der Sehnsucht des Lebens
    nach sich selbst.

    Sie kommen durch dich,
    aber nicht von dir
    und obwohl sie bei dir sind,
    gehören sie dir nicht.

    Du kannst ihnen deine Liebe geben,
    aber nicht deine Gedanken,
    denn sie haben ihre eigenen Gedanken.

    Du kannst ihrem Körper ein Heim geben,
    aber nicht ihrer Seele,
    denn ihre Seele wohnt im Haus von morgen,
    das du nicht besuchen kannst,
    nicht einmal in deinen Träumen.

    Du kannst versuchen,
    ihnen gleich zu sein,
    aber suche nicht,
    sie dir gleich zu machen,
    denn das Leben geht nicht rückwärts
    und verweilt nicht im Gestern.

    Du bist der Bogen,
    von dem deine Kinder
    als lebende Pfeile ausgeschickt werden.

    Laß deine Bogenrundungen
    in der Hand des Schützen
    Freude bedeuten.

    Kahlil Gibran

    Das ist so wahr wahrer geht's nicht.

    Ich bin Mutter von drei Kindern und beobachte mit zunehmender Angst,was sich hierzulande abspielt.
    Da werden Familienstrukturen dem Mammon geopfert, Emanzipation ist ein Schlagwort, Frau trachtet danach der "bessere Mann" zu sein, und Kinder werden in eine Welt hineingeboren, die in keinster Weise ihren Bedürfnissen gerecht wird.
    Was von Eltrern erwartet wird ist nahezu nicht leistbar, und dann wundert man sich darüber, dass Kinder hilflos reagieren und sich verweigern.
    Aber, ist ja alles gut in Deutschland, Vollbeschäftigung ist bald wieder die Regel, also, kein Grund sich Sorgen zu machen, jedenfalls in den Augen unserer Politik-Elite.
    Traurig, finde leider kein anderes Wort dafür.

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  11. Lieber/Liebe Anonym,

    sehr aufschlussreicher Kommentar. Doch leider sehr dürftig und nicht konstruktiv.

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  12. Werte Seniorin,

    wie stellen Sie denn eine so behauptete Destabilisierung der Institution Familie fest und wie sieht die denn aus? Und warum ist die "Überwiegend falsch verstandene "Emanzipation der Frau", sowie gestiegenes Anspruchsdenken" dafür vernatwortlich, "dass beide Elternteile arbeiten wollten/mussten". Gestehen Sie den Männern, denn keine Erwerbsarbeit zu? Haben die nicht auch Rechte?

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  13. Lieber/Liebe Anonym,

    mir scheint sie konnten meine Gedanken nicht nachvollziehen, vielleicht haben Sie auch nur den einen oder anderen wichtigen Punkt überlesen, anders kann ich mir Ihre Fragen nicht erklären.

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  14. Vielleicht bin ich auch einfach nur nicht dumm genug, ihren Unsinn entsprechend zu reflektieren. Ich bin nun wahrlich die Letzte, die etwas gegen die Destabilisierung der Institution Ehe einzuwenden hätte, darum interessiert mich brennend, woran Sie das denkwürdige Ereignis nun erkennen wollen. Wie geht das? Was spielt sich vor ihrem inneren Auge ab? Steht auch eine Grundgesetzänderung an, die Abschaffung des Ehegattensplitting, eine grundlegende Reform des Familien- und Unterhaltsrechts? Oder halluzinieren Sie einfach, um den Frauen die verhaßte Demokratie in die Schuhe schieben zu können?

    Ich weiß es nicht. Helfen Sie mir. Erklären Sie sich. Bitte.

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  15. Ich bin gerade etwas zwiegespalten. Du sprichst viele wichtige und richtige Dinge an. In vielen Familien, die ich kenne (auch meiner) stellt sich manches aber deutlich komplizierter dar.

    Es bewegt mich noch etwas anderes, es gibt viel über Lebensgemeinschaften mit Kinder zu lesen. Irgendetwas ist immer falsch. Das Einverdienermodell, das doppelt Teilzeitmodell, die Habgier, die Weltfremdheit überhaupt Kinder zu haben, die Dummheit, das Schmarotzertum wegen des Kindergeldes, zu wenig Bildung für die Kinder, zu viel Bildung für die Kinder, zu wenig Vater, zu wenig Mutter ... aus jeder Ecke tönt ein anderer Vorwurf, das drängt Familien leider immer mehr in die Defensive.

    P.S. mit Familien meine ich im allgemeinen Sinne Lebensgemeinschaften mit Kindern

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  16. Liebe Anonym,

    es geht in meinem Eintrag um unseren Umgang mit den Kindern und nicht um Ehe.

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  17. Lieber Aebby,

    schön wieder was von Dir zu hören. Wo warst Du so lange?.

    Ja, das ist ein heikles Thema und es wird nie eine, für alle zufriedenstellende, Antwort dazu geben. Ob nun Einverdienermodell, doppelt Teilzeitmodell oder was es sonst noch für Möglichkeiten gibt, ist im Grunde völlig egal. Einfühlung, Vertrauen und Respekt sind m.E. gute Ratgeber in allen Lebenslagen auch in der Kindererziehung.

    In einer Gesellschaft, in der Neunjährige dafür bestraft werden, weil sie das nachmachen, was ihnen vorgemacht wird, läuft etwas gewaltig schief. Es ist eben doch etwas anderes ob es eine Gesellschaft oder Gemeinschaft ist in der wir leben. Und von einer Gemeinschaft haben wir uns weit entfernt.

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  18. Liebe Margitta,

    es scheint mir, als wäre "Anonym" von heute 14:01 und 16:31 Uhr nicht nur eine weibliche Kommentatorin, sondern auch eine Person, die die tatsächliche Aussage Deiner Artikels aus Prinzip und mit Bedacht "falsch" versteht, weil ihr das von Dir behandelte Thema offenkundig herzlichst einerlei ist.

    Die "scheinbar gegensätzlichen" Aussagen in beiden Kommentaren lassen zusammengenommen keinen anderen Schluss zu. Da man es dabei offenbar mit einer glühenden Anhängerin der vorgeblichen Frauenbewegung namens "Emanzipation" zu tun hat, kannst Du einerseits kein Verständnis für Deine berechtigte Kritik an unserer Gesellschaft erwarten ... solltest Dir allerdings andererseits auch die Zeit und Mühe sparen, mit einer solchen Person zu kommunizieren.

    Wer Deinen Artikel liest und nicht versteht oder nicht begreifen will, worum es dabei geht, hat eventuell ein Problem - das Du aber deshalb nicht zum Deinigen machen solltest.

    Nur meine Meinung und ein freundschaftlicher Rat hinsichtlich der Vermeidung von sinnloser und kontraproduktiver Pseudokommunikation.

    Liebe Grüße
    Adalbert

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  19. Hallo Adalbert,

    danke für Deinen Besuch

    Liebe Grüße
    bitte weiterreichen an Elke
    Margitta

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  20. Frau Lamers,

    Sie stellen doch die Behauptung auf, dass durch die Destabilisierung der Institution Ehe ein Resultat nun klar erkennbar sei: "Immer mehr verstörte und vernachlässigte Kinder."

    Ich hinterfrage also ihre Grundannahme und möchte wissen, Sie darauf kommen. Eine Destabilisierung der Institution Ehe kann ich nicht erkennen, aber wohl Sie und ich möchte wissen, woran Sie das erkennen. Das ist doch nicht schwer, antworten Sie doch einfach. Meine nächste Frage ist dann übrigens, wie Sie darauf kommen, dass es "immer mehr verstörte und vernachlässigte Kinder" gibt. Wo haben Sie ihre Erkenntnisse her und sind die wirklich kausal oder nur so gedacht...

    Wenn Sie also so sozialschädliche Thesen aufstellen, sollten Sie wengistens erklären können, wo ihr "Wissen" herkommt.

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