Samstag, 8. September 2012

Das Märchen vom Geld

Es war einmal ein junger Mann mit sehr besonderen Fähigkeiten. Er war äußerst feinfühlig, spürte mehr, als er immer gerade wusste, er war schöpferisch und sehr kreativ in seiner Lebensgestaltung. Es gab da nur ein kleines Problem: Er arbeitete und arbeitete, hatte geniale Ideen und verwirklichte sie auch mit Erfolg, aber eine bestimmte Art von Energie in Form von materiellem Wohlstand floss einfach nicht zu ihm zurück. Er überlegte sich lange, was er wohl falsch machte, und verfiel auf eine interessante Idee: Er legte einen kleinen Geldschein auf seinen Altar und bat jeden Tag darum, dass sich diese Energie in seinem Leben vervielfache. Und siehe da: es funktionierte. Sein Einsatz verzehnfachte sich in kurzer Zeit, und nach einem Jahr hatte er sich verhundertfacht. Bloß: Das genügte gerade zum Überleben, von Überfluss keine Spur.

Da sagte eine Stimme in dem jungen Mann: Erhöhe den Einsatz, so wird auch der Rückfluss größer. Das fand er logisch und legte zuerst einen größeren und dann schließlich den größten Geldschein, den es in seiner Währung gab, auf seinen Altar. Am ersten Tag, als er so die Wohnung verließ, schaute er zweimal nach, ob er auch die Tür gut abgeschlossen hatte, aber es passierte ihm mehrmals an diesem Tag, dass er etwas beunruhigt daran dachte, dass in seiner Wohnung für jeden Einbrecher sichtbar ein großer Geldbetrag einfach so auf dem Präsentierteller lag. Und es kam, wie es kommen musste: Am dritten Tag kam ein Dieb und stahl ihm nicht nur den Geldschein, sondern verwüstete die Wohnung und nahm alles mit, was irgendeinen Wert hatte.

Das war mehr, als der junge Mann glaubte ertragen zu können. Doch es dauerte nicht lange, da hörte er wiederum eine Stimme in sich sagen: Höre auf mich, und du kannst endlich frei werden. Der junge Mann sagte: ich habe schon einmal auf dich gehört, und jetzt schau an, was mir geschehen ist. Die Stimme sagte nichts darauf. Es war Stille, reine, potente Leere. Und der junge Mann merkte, wie sich etwas in seinem tiefsten Inneren zu öffnen begann. Da sagte die Stimme: Nimm alles, was du hast, leg es auf deinen Altar, lass die Tür weit offen stehen und verreise für zwei Wochen. Der jung Mann geriet in Panik, aber er sah auch ein, dass er keine Wahl hatte. Er wollte einen ganz tiefen Durchbruch erleben, und so tat er, wie ihm geheißen war. Die ersten Tage waren schlimm. Ständig war er in Gedanken zu hause und hatte schlimme Visionen davon, dass er mit Sicherheit bald alles würde verlieren. Doch irgendwann beruhigte er sich, und begann, sich an der Natur rund um ihn herum zu erfreuen. Er ließ seine destruktiven Gedanken vom Wind mitnehmen, er nahm die Fülle in der Pflanzenwelt wahr, er spürte das enorme Kraftpotenzial der Steine und Felsen, und er badete im warmen Meer seiner Sinnlichkeit.

Als er nach zwei Wochen zurückkam, trat er ohne Herzklopfen durch die offene Tür - siehe da, das Geld lag unberührt da. Da überkam ihn große Freude, und es dauerte nicht lange, bis sein Schicksal sich grundlegend und für immer zu seinen Gunsten wandelte.
(von Simone Koller)


Unsere Redakteurin Simone K. Koller ist Autorin und Kursleiterin. Sie leitet in Gruppen und Einzelsitzungen dazu an, für aktuelle Lebensfragen kreative Lösungswege und tiefgreifende Erklärungsansätze zu entwickeln - ganz einfach durch das Verfassen von eigenen Märchen. Info unter http://www.sikoberatung.ch/.

Gefunden in Matrix 3000, September 2004

Kommentare:

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